Informatiker oder lieber nicht?
Informatik-Studenten oder IT-Techniker oder wer auch immer verdienen sich oft mit der Erstellung von Internetseiten ein paar Euro nebenbei. Das ist natürlich völlig legitim, wenn sie es können. Einige leben hierbei aber von der Berufsbezeichnung, die bei Ihnen „Ahnung“ impliziert. Aber schauen Sie bitte genau hin! IT-Techniker sind Hardware-Spezialisten, das hat mit Webseitenerstellung ungefähr so viel zu tun wie Strümpfe stopfen mit kochen.
Informatiker schreiben Software, also Computer-Programme für spezielle Einsatzgebiete. Die hierfür verwendeten Programmiersprachen haben keinerlei Ähnlichkeit mit den Codes von Webseiten wie HTML, XHTML oder PHP. Darum spricht man bei Websites auch nicht von „programmieren“, sondern von „codieren“. Die Erstellung von Webseiten ist also nicht deren Beruf, auch wenn sie gern den Eindruck beim Kunden hinterlassen möchten.
Hinzu kommt, dass für die Webseiten-Erstellung nicht nur Codier-Kenntnisse erforderlich sind, sondern auch Fähigkeiten im Grafik-Design, der Fotobearbeitung, der Werbe- und Verkaufspsychologie und, und, und. Oder kaufen Sie sich ein Auto, das toll aussieht, aber in dem Lenkrad, Bremse und Airbag fehlen?
Baukastensysteme – ja oder nein?
Viele Internet-Provider bieten kostenlosen Webspace und dazu gleich ein Homepage-Baukastensystem an. Das klingt gut, besonders wenn das Budget knapp ist. Aber auch hier gilt die alte Regel: was nichts kostet, taugt auch nicht viel. Erstens sind solche Baukastensysteme so aufgebaut, dass damit jeder eine kleine Homepage erstellen kann, was auch völlig o.k. ist. Dafür muss man aber nicht mehrere hundert Euro ausgeben. Gelinde gesagt halten wir das Erstellen einer Internetseite gegen Bezahlung mit einem solchen Baukasten für Betrug und eine Frechheit.
Außerdem stößt man bei solchen Kostenlos-Angeboten schnell an Grenzen, die man eigentlich nicht gebrauchen kann. Nur 4 bis 5,- € im Monat reichen aus, um sich vernünftigen Webspace bei einem großen und zuverlässigen Provider zu mieten, dem man auch einiges zumuten kann.
Dass solche Kostenlos-Sachen oft mit Werbung zugeklatscht sind und man schon auf den ersten Blick erkennt, womit sie gemacht sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Barrierefreies Webdesign?
Was für ein großes Wort – und so werbewirksam!
Was ist das eigentlich?
Einfach ausgedrückt bedeutet dies, eine Website so zu erstellen, dass Menschen mit einer Körperbehinderung diese Seite ungehindert nutzen können. Dem Grunde nach eine tolle Sache. Aber – körperliche Behinderungen sind sehr vielfältig. „Barrierefrei“ würde bedeuten, die Seite auf alle (!) möglichen Körperbehinderungen abzustimmen.
Schauen Sie sich bitte mal die
an und urteilen Sie selbst, ob das wirklich realisierbar ist, oder besser, ob das für Sie bezahlbar wäre!
Ich mag mich mit dieser Feder nicht schmücken. Allenfalls würde ich mich noch zu dem Slogan „barrierearm“ hinreißen lassen.
Suchmaschinen-Manipulation?
Auch dies ist ein beliebtes Thema und es kostet oft Geld.
Ihnen wird versprochen, dass man Ihre Seite schnell in den Suchmaschinen nach vorn bringt, und man lässt sich das oft teuer bezahlen.
Aber dann?
Erst wenige Tage bevor ich diesen Text geschrieben habe, erzählte mir ein Firmeninhaber, er habe da ein tolles amerikanisches Programm, das die Internetseite ständig öffnet und schließt. Dies würde, wegen der hohen Zugriffszahl, einen sehr guten PR bei Google bringen.
Meine Analyse ergab ein vernichtendes Urteil. Nicht nur, dass ich derartige Manipulationsversuche für Betrug halte, davon mal ganz abgesehen. Suchmaschinen-Programmierer sind alles andere als dumm. Allein Google benutzt über 100 verschiedene Suchalgorithmen, die nur Google selbst kennt. Wer die überlisten will, muss schon Hellseher sein. Außerdem wertet Google bei der Verteilung des Page-Ranks gar nicht die Zugriffe aus, sondern Alexa rankt nach diesem Kriterium. Leider war aber jene Seite nach 8 Jahren von Alexa nicht mal erfasst. So viel zu dem tollen amerikanischen Programm. Und der eigentlich Betrogene ist der Kunde, der für diesen Schwachsinn Geld bezahlt hat.
Suchmaschinen bemerken Manipulationsversuche auch sehr schnell und strafen diese ab. So erkennt Google z. B. sehr schnell Spam oder gekaufte Backlinks, und das finden die gar nicht gut.
Ehrlich währt auch hier am längsten.
Eine gute Dienstleistung im realen Leben, unterstütz mit einer dem Geschäftszweck angepassten Website, die den Suchmaschinen und den Nutzern wertvolle Informationen bieten, machen auf Dauer mehr Sinn als die Holzhammermethode. Wer auf einen soliden Geschäftsaufbau setzt, sollte dies mit einer ebenso soliden Internetseite unterlegen, dann kann das Kind auch in Ruhe wachsen.
Ich mach'se selbst, meine Website!
Ist das eine gute Idee? Ich sage NEIN!
Eigentlich ist dieses Antwort nicht ganz richtig. Sie kann gern "JA" heißen, wenn Sie im Internet Ihre Urlaubsfotos zeigen, Ihr Hobby vorstellen oder das Wachstum Ihres Babys dokumentieren möchten. Aber solche sind nicht die, die wir hier meinen und die Teil unserer Arbeit sind.
Die Webseiten, um die es hier geht, sind Seiten beruflicher Betreiber, die dazu dienen sollen, den Geldstrom von A nach B zu beeinflussen,, wobei "B" in diesem Fall für Ihre GeldBörse stehen soll.
Selbstverständlich gibt es Möglichkeiten Sie Ihre Website auch allein erstellen zu lassen, diese haben aber alle mächtig Probleme.
Erst kurz bevor dieser Text entstand, erfuhr ich von der Schließung einer gewerblichen Website, weil "sie nichts gebracht hat". Das hätten wir ändern können, wir hatten es angeboten und sogar schon mit kostenlosen Tipps ausgeholfen, aber letztendlich hätte das Ganze natürlich Geld gekostet, und das geht ja nun schon mal gar nicht. Klar: manche warten lieber erst mal auf die Ernte, bevor sie bereit sind zu säen. Der Erfolg dabei ist oft mäßig. Unsere oftmals als etwas dümmlich belächelte Landbevölkerung lernt bereits als Kleinkind, dass man erst säen muss, dann pflegen und dann ernten kann, aber unsere intelligente Stadtbevölkerung scheint bei diesem Thema grad Kreide holen gewesen zu sein.
Wie kann man nun seine Website selbst machen?
Fast jeder Internetprovider bietet so genannten Homepage-Baukästen an. Diese sind einfach gestrickt und für fast jeden Laien bedienbar. Als umfangreiche, ständig wachsende gewerbliche Seite mit einem hohen "Muss" an Suchmaschinenfreundlichkeit sind diese aber eher mit einem Handwagen vergleichbar, den man sich mangels Kapital an Stelle eines 40-Tonners anschafft.
Eine weitere Möglichkeit sind so genannte Content-Management-Systeme (CMS). Für den Laien übersetzt heißt das so viel:
Ein CMS ist ein vom Hersteller (z. B. Joomla oder Wordpress) fertig codierter Rahmen, meist in der Codiersprache PHP, der auf einfache Weise mit Layout und Inhalt (Content) gefüllt werden kann (nicht vergessen: Internetseiten werden "codiert" und nicht "programmiert". Ich finde es immer wieder interessant, wenn professionelle Webdesigner in Ihrer Werbung von "Programmierung" sprechen). Oft warten diese CMS mit einer ganzen Reihe vorgefertigter Layout-Vorlagen auf, von denen man sich eins aussuchen kann. Diese Layout-Vorlagen, als Templates bezeichnet, können dann noch individuell angepasst werden. Zu guter Letzt füllt man über den Administrationsbereich das CMS mit seinem Inhalt - Texten und Bilder etc.
Der Schwachpunkt der CMS ist die Suchmaschinenoptimierung. Zwar sind die CMS so vorbereitet, dass sie relativ suchmaschinenfreundlich sind, aber auf Grund der Vorfertigung und den vielen Sicherheitsmechanismen sind und bleiben sie ein starres System, dass nicht immer im SEO-Sinne mitspielt. Wir sind keine großen Fans von CMS, wir betreiben SEO lieber "per Hand", weil man auf diese Weise viel flexibler ist.
Aber die CMS haben auch einen gewaltigen Vorteil: sie lassen Ihren Webdesigner viel Geld mit wenig Arbeitsaufwand verdienen, besonders wenn Sie im Vertrag geregelt haben, dass Sie die Befüllung mit Inhalten allein machen werden und der Web-Dienstleister nur die Implementierung und das Layout und evtl. noch einige inhaltliche Anpassungen wie den Einbau eines Event-Kalenders zu erledigen hat. Die Preise dafür beginnen oft bei 1.000 - 1.500,- €, ohne inhaltliche Befüllung!
Die beste und gleichzeitig schlechteste Möglichkeit ist die, dass Sie mittels eines HTML-Editors wie z. B. Adobe Dreamweaver, Adobe GoLive, Namo Webeditor, MS Frontpage, Xara HTML-Filter etc. oder sogar ganz freihändig Ihre Website selbst codieren.
Die beste Lösung ist es deshalb, weil Ihnen in Sachen SEO alle Türen offenstehen, die schlechteste deshalb, weil Sie es können müssen. Die Zeit, die Sie dafür investieren werden, um gleichzeitig in HTML-Codierung, SEO und Internetmarketing fit zu werden, wird enorm sein und in dieser Zeit werden Sie vergessen Umsatz zu machen. Mir ging es einmal selbst so - 1992. In diesem Jahr kaufte ich meinen ersten PC nach ca. 2-jähriger Selbständigkeit in einem Strukturvertrieb, damals 25-jährig, und lies ihn mangels Kenntnissen von einem "Vorgesetzten" einrichten. Zum Anschluss gab dieser mir mit auf den Weg, ich solle die Finger von der Technik lassen und mich nicht damit beschäftigen, ich würde sonst keinen Umsatz mehr machen. Tja, wie das eben so ist, ich machte damals genau das Gegenteil und siehe da, der Mann hatte Recht. Blöderweise merkt man erst, wenn man die ersten Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, und verstehen tut man es meistens erst noch später.
Wenn Sie also eine im Hinblick auf SEO und SEM qualitativ hochwertige Seite, die in das Gesamtwerbekonzept und die Geschäftsstruktur hinein passt, haben möchte, kommen Sie um professionelle Hilfe nicht herum. Aber wählen Sie Ihren Dienstleister sorgfältig aus, denn die Zahl derer, die Design, Marketing und SEO, und vielleicht auch noch die Möglichkeit an anderen Bereichen Ihres Werbekonzept mitarbeiten zu können, unter einen Hut bringen, ist nicht so sehr groß. Und besonders hier verderben viele Köche gern mal den sprichwörtlichen Brei. Webdesign ist nicht Design! Webdesign ist in erster Linie Marketing und Google, und hier klaffen oft große Lücken. Seien Sie wachsam!
Ich biete an dieser Stelle auch gern "kleineren" Webdesignern an, die sich SEO und SEM entweder nicht zutrauen oder denen es nicht liegt, für Sie im Hintergrund diese Dienstleistungen auszuführen, ohne dabei selbst großartig in Erscheinung zu treten - mit entsprechendem Rückfluss selbstverständlich. Die von Ihnen erstellte Seite beliebt auch Ihre Seite, aber Sie profitieren durch unsere Arbeit bei Ihrer Werbung und Ihren Kunden. Sie bleiben der Designer - wir machen das, was niemand sieht. Denken Sie drüber nach!